Das Wunderwerk zu deinen Füßen

 

Unsere Füße haben einen ähnlichen Aufbau wie unsere Hände. Eigentlich können sie auch ähnliche Dinge wie unsere Hände. Also greifen, spreizen, rotieren etc. 

Sie besitzen eine Vielzahl an Nervenendigungen, die dem Gehirn Auskunft über die Lage "da unten" geben. Über die Lage des Fußes im Vergleich zum Sprunggelenk zum Beispiel, über die Art des Untergrundes oder die Temperatur.

Das alles ist aber "gebrauchsabhängig". Oder auf englisch "use it or loose it".

 

Wie sieht das bei dir aus? Kannst du deine Finger voneinander spreizen oder Finger einzeln anheben? Kannst du die Zehen voneinander abspreizen? Kannst du die Zehen einzeln anheben?

Wahrscheinlich schneiden die Füße "etwas" schlechter ab als deine Hände. Daher zum Ausgleich noch ein anderer Versuch: Kannst du auf einem Fuß stehen? Und jetzt: kannst du auf einer Hand stehen? Gebrauchsabhängig, sag ich ja.

 

 

Wir stecken dieses Wunderwerk von Klein auf in ein Korsett (sprich, Schuhe). Ab dem Sprunggelenk abwärts werden in unserer „zivilisierten“ Welt die Muskeln somit selten benutzt, wie auch die vielen Nervenendigungen, die deinem Hirn sagen sollten, was „da unten“ los ist.

 

Alles, was der Körper nicht regelmäßig braucht, baut er zurück. Das führt dazu, dass wir unsere Füße an einem Stück bewegen anstatt differenziert. Meistens bewegt sich nur noch das Sprunggelenk. Über die anderen 33 Gelenke (!) pro Fuß haben wir wenig Kontrolle, und bewegen sie daher wie einen einzigen „Klumpen“.  

 

Auf dem Bild laufen meine Kinder auf Rollen. Eine spaßige Möglichkeit, die Füße zu massieren, zu kräftigen und gleichzeitig das Gleichgewicht zu schulen! Du kannst hier sehen, wie sich flexible Füße an einen unebenen Untergrund anpassen – wenn sie nicht durch Schuhe behindert werden.

 

Ziehe mal deine Schuhe und Strümpfe aus, bitte. Ja, in echt. Du sitzt gerade in der S-Bahn? Trau dich, dann kommst du auch mit dem Sitznachbarn ins Gespräch 😉

 

Gib Belastung auf deine Füße, stehe also idealerweise auf, oder rutsche so weit auf deinem Stuhl nach vorne, dass du Belastung auf den Füßen hast und gugg deine Füße an.

 

Gesunde Füße, die den Belastungen des Alltags trotzen können

 

  1. sind recht breit (für unseren Geschmack)

  2. der Großzeh zeigt gerade nach vorne

  3. Zwischen den Zehen ist Platz

 

Whaaat?! Platz? Yep, schön zu sehen bei Kleinkind-Füßen, die noch wenig in Schuhen gelaufen sind.

Wenn du auch wieder so schöne Füße haben möchtest, fang gleich mal an, etwas Platz zwischen den Zehen zu schaffen und versuche, mit einer Hand und dem gegengleichen Fuß zu „beten“. Gut für Fernsehabende…

 

Das Ausmaß an Schmerzen bei dieser Übung verrät dir etwas über das Ausmaß an Spannung und (In)Flexibilität in deinen Füßen. Ach so, du kommst nicht mit der Hand zum Fuß? Vielleicht sollte ich noch einen Artikel über Hüftmobilität schreiben...

 

Verhindert dein Schuhwerk Bewegung?

Schuhe sollten den Füßen genug Platz lassen, um mit den Zehen zu wackeln und zu spreizen. Der Untergrund sollte idealerweise spürbar sein, die Sohle flexibel genug, um sich dem Untergrund anzupassen.

Eigentlich sollte das selbstverständlich sein. In der Realität finde ich bei den gängigen Schuhläden keine Schuhe, die diesen Kriterien entsprechen. Es ist (für mich) erschreckend und frustrierend, wie sehr wir beim Thema Schuhe auf das Aussehen achten und wie wenig auf Funktionalität und Passform. Welche Kriterien ein aus meiner Sicht „gesunder“ Schuh erfüllen muss, erfährst du in diesem Artikel.

Hersteller, die die anatomischen Voraussetzungen unserer Füße respektieren habe ich hier aufgelistet. 

 

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