Die Sache mit dem Bauch

 

Für die meisten Menschen bei uns ist ein vorstehender Bauch ein Makel. Irgendwann einmal haben wir beschlossen, dass unser Bauch nicht okay ist, und wir ihn verstecken müssen. Also ziehen wir ihn ein. Erst ziehen wir ihn nur für Photos ein, dann im Schwimmbad, bei Feiern. Und irgendwann merken wir nicht mehr, dass wir ihn einziehen. Der eingezogene Bauch wird Teil unseres Körpergefühls. Es ist erschreckend, aber wir können einen Körperteil (den wir nicht mögen) so weit aus unserem Empfinden ausblenden, dass wir nicht mehr merken, was wir ihm antun.

 

Des Weiteren reagiert die Bauchmuskulatur direkt auf Angst und Stress indem sie sich anspannt (damit du dich Angriffsfall blitzartig zusammenkauern kannst). Entspannte Menschen haben entspannte Bäuche…angespannte Menschen haben angespannte Bäuche…

 

Checke deinen Bauch. Ist da Spannung in der tieferen Muskulatur? Lass ihn mal bewusst los. Helfen dabei kann dir, den Bauch zunächst für ein paar Sekunden extrem ein zu ziehen, um ihn danach völlig locker zu lassen. Lass ihn mal richtig raushängen!

 

Wenn das nicht gleich gelingt, ist das okay. Du kannst es ab und zu versuchen.

 

Warum soll ich den Bauch raushängen lassen?!

 

Prinzipiell braucht ein Bauch Platz. Denn er verändert seinen Umfang laufend. Beobachten kann man das bei kleinen Kindern – vorausgesetzt ihre Kleidung ermöglicht eine „freie Bauchbewegung“ oder sie sind nackig. Sie haben einen kleinen Kugelbauch, wenn sie entspannt dastehen oder gegessen haben. Selbst Buddha hat eine Kugel. Nur wir modernen Menschen stören uns daran.

 

Prinzipiell ist ein bisschen Bauch also normal und wir sollten das so akzeptieren. Die Evolution hatte bislang andere Sorgen, als das Aussehen des Bauches im Abendkleid.

 

Dein Bauch hat andere Aufgaben, als dich unglücklich zu machen

 

Was über die physiologische Vorwölbung hinausragt, ist überschüssiges Fett. Dort gespeichert für schlechte Zeiten (das ist eine gute Sache!!!). Die geeignete Maßnahme besteht nicht darin, dieses Fett nach innen zu drücken (mittels enger Hose oder eingezogenem Bauch). Denn „innen“ befinden sich wichtige Dinge: deine Verdauungsorgane, Venen und Arterien, Nerven, Muskeln und Lymphgewebe befinden sich hier. Und nicht zu Letzt, deine Fortpflanzungsorgane. Das braucht alles Platz um gesund zu bleiben.

 

Wird von außen Druck aufgebaut, werden diese Dinge nach oben, hinten oder unten gedrückt. Die Folgen sehen Chirurgen in Form von Hernien täglich. Geht der Druck nach unten, gibt der Beckenboden irgendwann nach und es folgen beispielsweise Belastungsinkontinenz, Senkung von Gebärmutter oder Scheide.

 

Atmen wie kleine Kinder

 

Ist der Bauch angespannt, atmest du zwangsläufig flach und vermutlich mehr mit den Schultern als mit Brustkorb und Bauch. Die Folgen davon sind gewaltig. Schließlich ist dein gesamter Körper auf Sauerstoff angewiesen. Der jetzt nur noch auf Sparflamme ankommt.

 

Kleine Kinder atmen noch unbekümmert, nämlich folgendermaßen:

 

Beim Einatmen bewegen sich Brustkorb und Bauch nach außen (die Luft die reinkommt braucht ja Platz!). Beim Ausatmen senken sich Brustkorb und Bauch. Du kannst das spüren. Stemme mal die Hände in die Hüften, als ob dich etwas ärgert. Dann rutsche eine handbreit nach oben. Jetzt fühlst du deine Rippen. Diese dehnen sich beim Einatmen aus und auch dein Bauch wölbt sich etwas nach außen. Beim Ausatmen sollte dein „Umfang“ wieder kleiner werden. Klappt`s?

 

Nicht bewegen sollte sich dein Schultergürtel. Der ist für die „Stressatmung“ zuständig und sollte keinesfalls dauerhaft benutzt werden.

 

Fitnessmythen

 

Den Bauch einzuziehen hat nicht einmal Vorteile bezüglich der Fitness! Ein angespannter Bauch ist nicht stärker oder wird durch Dauerspannung flacher! Ein Muskel wird nicht durch Dauerkontraktion gekräftigt, sondern durch Bewegung (also Anspannung und Entspannung).

 

Was nun?

 

Erstens: Bauch loslassen und das im Alltag zu einer Gewohnheit machen (das kann dauern, mach dir keinen Stress!)

 

Zweitens: aktuellen „Bauchzustand“ akzeptieren

 

Drittens: Sich so kleiden, dass der Bauch Platz hat (hier geht es zu den Hosen)

 

Viertens: falls gewünscht - erst jetzt, von einer Position des Akzeptierens aus, durch mehr Bewegung und vernünftige Ernährung im Nebeneffekt die Fettdepots am Bauch angehen. Und sich dabei auf eine lange Zeitspanne einstellen. Wenn du dabei Unterstützung von mir möchtest, kannst du mich auf meinen anderen Seiten kontaktieren: 

www.healthymama.de und www.schaefer-gesundheitsfoerderung.de

 

Die Sache mit dem Bauch ist ein Hauptgrund, warum mir „Nur Bequemes“ so wichtig ist und der Schwerpunkt auf bequemen Hosen liegt. Es geht für dich um viel mehr als ums Aussehen. Es geht um deine Gesundheit. Da sollte der Spaß aufhören. Opfere nicht deine Gesundheit für ein vermeintlich besseres Aussehen.

 

 

Lass mir einen Kommentar da, wie es sich für dich anfühlt, mit entspanntem Bauch 😊

 

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